Test: Citizen X
Ganz ehrlich: Wer von uns hat früher nicht "Mord in der Disko gespielt?" Auf Kindergeburtstagen war dieses Spiel besonders beliebt, bei dem die Aufgabe des Detektivs darin bestand, herauszufinden, welcher der Tänzer der Mörder war. Auch bei Citizen X gilt es, die Guten von den Bösen zu trennen. Doch handelt es sich hierbei nicht um Diskobesucher, sondern um Bürger und Zombies.
Das Spiel bringt die Mitspieler zurück zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihr kleines Heimatdorf im Ural wurde von der Außenwelt abgetrennt und wird nun von seltsamen Ereignissen heimgesucht. Jede Nacht scheinen mehr und mehr Bürger zu Zombies zu mutieren. Es liegt nun in der Hand des Staatsanwaltes, dem Treiben ein Ende zu machen und herauszufinden, wer bereits zu den Mutierten gehört und wer noch verschont blieb.

Das Spiel
Vor Beginn des Spieles werden je nach Anzahl der Mitspieler Karten verteilt. Jeder erhält verdeckt jeweils eine Charakter- und Waffenkarte. Die Charakterkarte bestimmt die Identität eines Spielers (entweder Bürger oder Zombie) und die Waffenkarte die Stärke der Abwehr von einer Skala von 0-4. Je höher die Zahl, desto besser der Schutz vor einem Zombie Angriff.
Das Spiel kann in zwei Phasen aufgeteilt werden: Tag und Nacht. Die erste Runde wird mit einer Nachtphase begonnen. Alle Spieler sitzen mit geschlossenen Augen im Kreis. Nun dürfen nach der Reihe verschiedene Charaktere erwachen und gemäß ihren Eigenschaften Aktivitäten ausführen. Die Reihenfolge der erwachenden Personen wechselt von Nacht zu Nacht und ist somit immer unterschiedlich. Während seiner „Wachphase“ versucht jeder Spieler, nach seines Erachtens wichtigen Informationen zu sammeln. Dies tut jeder auf seine eigene Art und Weise:
So darf etwa der Detektiv sich pro Nacht eine beliebige Charakterkarte ansehen, um dem Inspektor bei seinen Nachforschungen zu helfen. Der Räuber hingegen darf zwei Waffenkarten seiner Mitspieler aufdecken und eine gegen seine eigene austauschen. Jedoch sind nicht nur die Bürger nachts aktiv, sondern auch die Zombies. Sind sie an der Reihe, geben sie sich gegenseitig erkenntlich und können Angriffe auf die Bürger ausführen, indem sie eine Hand auf die Schulter des Opfers legen. Je nach Stärke der Waffe mutiert dieses in der nächsten Runde zum Zombie, fällt ins Koma oder kommt unversehrt davon. Während ihrer Aktivitäten dürfen die Spieler keinen Ton von sich geben, um unerkannt zu bleiben; denn aufgepasst: Ein gutes Ohr kann einem Mitspieler wichtige Informationen bringen!
Nach der Nacht beginnt der Tag. In dieser Phase müssen die Spieler Paare bilden und sich mit ihrem Partner austauschen. Bei dem Gespräch gilt: Es darf nie die Charakterkarte gezeigt werden. Jeder der beiden darf jedoch die Identität des anderen erraten. Ist eine Vermutung richtig, muss sich der andere zu bekennen geben. Es darf nur einmal geraten werden.
Während des Spiels ergeben sich Informationsketten, durch die verschiedenen Fähigkeiten der Charaktere entstehen und jeder andere Informationen hat. Sie alle helfen dem Inspektor bei der Auflösung.
Spielende
Das Spiel ist zu Ende, sobald der Staatsanwalt glaubt, jeden identifizieren zu können. Ist das der Fall, erhebt er Anklage gegen die Zombies. Dies kann entweder nach oder vor einer Nachtphase geschehen. Kann der Staatsanwalt alle richtig benennen, so gewinnen die Bürger das Spiel. Liegt er mit seiner Anklage falsch, gewinnen die Zombies. Bei einer Zahl ab 12 Spielern kann bei der Anklage noch ein Adjutant zur Hilfe gezogen werden. Ist dieser jedoch auch ein Zombie, so gewinnen sie das Spiel.
Fazit
Citizen X ist ein Spiel, das immer variiert. Durch die verschiedenen Charaktereigenschaften der Personen und die verschiedenen Konstellationen mit den Waffenkarten, ist immer für Abwechslung gesorgt, da man sich jedes mal in jemand anderes hineinversetzen muss. Angenehm für Einsteiger ist, dass die beiliegende DVD nicht nur die Nachtphasen durch einen Moderator koordiniert, sondern auch durch Erklärungen einen Blick in die Spielanleitung fast unnötig macht. Da es für Anfänger etwas schwierig ist, sich jedes Merkmal der unterschiedlichen Identitäten einzuprägen, muss sie jedoch ab und zu mal zu Rat gezogen werden.
Negativ fällt auf, dass sich in der Nachtphase teilweise ein wahres Kommunikationsproblem zwischen den wachen Personen ergibt. Ohne vorher festgemachte Handzeichen, läuft man Gefahr, durch hektische Bewegungen oder Geräusche zu viel preis zu geben.
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